Gepostet am 30.07.2026

Zwei Schwestern, eine Firma

Was die Wissenschaft über Familienunternehmen sagt. Die Bilanz hat einen Artikel über Brüder veröffentlicht, die gemeinsam Unternehmen führen. Der Aufhänger: eine Studie verschiedener Universitäten zeigt, dass Familienunternehmen mit Geschwistern an der Spitze mehr Patente halten, innovativer sind und langfristiger wirtschaften als Firmen mit einem einzelnen CEO. Die Forscher nennen das Phänomen „sibling-induced human capital“ – ein Wissen, das durch die gemeinsame Sozialisierung entsteht, lange bevor die erste gemeinsame Geschäftsidee überhaupt existiert.

Im Artikel kommen mehrere Schweizer Brüderpaare zu Wort, aus ganz unterschiedlichen Branchen: Gin, IT, Confiserie, Präzisionswerkzeuge. Der Artikel dreht sich um Brüder. Bei uns sind es zwei Schwestern.

Der Anruf, der alles gestartet hat

2014 hat Laura in Genf als Produktentwicklerin in einem Verlag gearbeitet, Fabia in St. Gallen im Jägerhof als Garde-Manger und Patissière. Zwei komplett unterschiedliche Welten, zwei komplett unterschiedliche Städte.

Dann ein Anruf von Laura: „Ich will etwas Eigenes aufbauen. Was meinst du, bist du dabei?“

Fabia war dabei. So einfach war das, und so ist einige Monate und ein Umzug später Löw Delights entstanden.

Unterschiedliche Verantwortungsbereiche

Wer wofür zuständig ist, war schnell klar, ganz einfach wegen der unterschiedlichen Hintergründe: Fabia aus der Küche, Laura aus dem Verlagswesen. Aber vieles war für beide neu. Eine Schoggi-Manufaktur zu führen, das lernt man nicht in einer Kochlehre oder im Lektorat. Deshalb sind wir bis heute beide ständig am Lernen, in unseren jeweiligen Bereichen und darüber hinaus.

Wenige Worte

Was im Bilanz-Artikel bei den Brüderpaaren immer wieder durchkommt: man kennt sich zu gut, um lange diskutieren zu müssen. Das ist bei uns genauso. Es bedeutet vor allem, dass wir wenig Worte brauchen, um unseren eigenen Standpunkt zu erklären, und ebenso wenige, um den der anderen zu verstehen. Wenn eine Situation oder eine Person beurteilt werden muss, geht das bei uns oft in Sekunden.

Das gilt nicht nur fürs Geschäftliche. Wir wissen praktisch immer, wie es der anderen gerade geht, auch ohne dass sie es sagt. Dieses Gespür ist über Jahrzehnte gewachsen, lange bevor es für uns beruflich relevant wurde.

Natürliche Vermischung

Bei uns sind Privates und Geschäftliches immer vermischt. Ein Familienessen ist auch mal ein Strategiegespräch, und umgekehrt. Für uns ist das kein Problem, sondern schlicht normal – es gehört zu der Art, wie wir zusammenarbeiten, seit dem ersten Anruf.

Die Bilanz-Studie bringt in Zahlen, was sich für uns im Alltag einfach richtig anfühlt: Wenn man sich schon ein Leben lang kennt, muss man sich als Team nicht erst finden. Uns ist dabei bewusst, dass das nicht für jedes Geschwisterpaar so ist. Wir sind uns unserer speziellen Verbindung bewusst, und genau deshalb sehr froh darüber.

Fabia und Laura Löw trinken Kaffee, im Hintergrund Berge

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